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Am 19.08.2004 flogen wir von Leipzig nach Hurghada. Der Flug der Fluggesellschaft Air Berlin ging um 02.30 Uhr deutscher Zeit. Nach 4 Stunden und 15 Minuten Flugzeit kamen wir 07:45 Uhr in Hurghada an. Wir fuhren mit dem Bus zur Hotelanlage Palm Beach Resort, wo wir nach der Nilkreuzfahrt unseren Anschlussaufenthalt verbringen sollten. Dort hatten wir einige Stunden Aufenthalt, den wir mit Baden am Pool verkürzten. Gegen 16.30 Uhr fuhren wir in einem Convoy mit dem Bus nach Luxor. Auf der Fahrt sahen wir wenige Ortschaften. Es gab hauptsächlich Wüste und Geröll. Der Weg führte über Qena, ein 1 Mio. Einwohner Ort, nach Luxor. 2 Pausen und 4 Stunden später kamen wir in Luxor an. Da habe ich zum ersten Mal gesehen, in was für ein Schiff es uns verschlagen hatte. Der Name des Schiffes war MS Coral 1. Wir waren positiv überrascht. Die Zimmer waren zwar sehr klein aber dafür sauber. Die Ausstattung war super. Es gab einen Pool, eine Tischtennisplatte und eine sehr nette Bar. Das Personal war immer sehr freundlich und witzig. Da wir Vollpension hatten, mussten wir die Getränke extra zahlen. Die Preise waren super. Wir zahlten z.B. für ein halbes Liter Wasser umgerechnet nicht einmal 50 Cent.

Der Nil wurde und wird auch Fluss der Götter genannt und das aus gutem Grund. Ohne sein Wasser und den mitgeführten fruchtbaren Schlamm, welcher er aus den regenreichen Gebieten des äthiopischen Hochlandes mit sich führt hätte in diesem ansonsten nur aus kargen Wüsten und Gebirgen bestehendem Land nie eine Hochkultur entstehen können. Nur ca. 5% Ägyptens sind bewohnbar. Der Vegetationsstreifen entlang des Nils ist nur ein bis zweitausend Meter breit, an manchen Stellen sogar nur wenige Meter. Die Wüste beginnt abrupt, wie mit dem Lineal gezogen, was einen kuriosen und ungewöhnlichen Anblick bietet.

Das Schiff ist 72m lang, 12m breit, hat 1,3m Tiefgang und verfügt über 4     Decks mit 72 Außenkabinen. Alle Kabinen (ca. 16qm) sind mit Dusche/WC,     internem Telefon, Radio und individuell regelbarer Klimaanlage sowie mit    Minibar und Farb-TV ausgestattet. Das Schiff bietet großzügig Platz für Rezeption/Mietsafe, Restaurant, Barbecue-Terrasse mit Bar, Lobby-Bar,      Boutique und Sonnendeck mit Swimmingpool (28m² und 1,6m tief).Die Stromspannung beträgt 220V. Um Ihnen die Stunden an Bord so angenehm, wie möglich zu gestalten, stehen Ihnen ein großes klimatisiertes    Restaurant, in dem internationale und ägyptische Spezialitäten angeboten werden, eine Lounge mit Bar und Tanzfläche auf dem Oberdeck, eine Open-   Air-Bar, eine TV-Ecke und eine Wäscherei zur Verfügung.

Schiff MS Coral 1

Wir bezogen unsere Zimmer und anschließend empfing uns unser Reiseleiter, um uns näheres über das Schiff, die Ausflüge und die Kosten zu erzählen. Wir übernachteten an Bord.Am 20.08.2004 begannen unsere Ausflüge. Am ersten Tag schauten wir uns den Kranaktempel und den Luxortempel an. Wir fuhren gegen 07:30 Uhr mit einem klimatisierten Bus zum Karnaktempel. Karnak ist ein kleiner Vorort von Luxor.

Die Stadt Luxor (arab. Al Uksur, 40 000 Einw.) und das Dorf Karnak mit seinen berühmten Tempelbauten erheben sich auf dem Gebiet des altägyptischen Theben, welches in der 18. Dynastie die Hauptstadt des Reiches war und 663 v.Chr. von Assurbanipal zerstört wurde.

Dieser wohl einmalige Tempel befindet sich in der Nähe von Luxor.  Dieser Bereich umfasst eine Größe von 123 Hektar und diente als Schauplatz für viele Feste der Ägypter. Unter anderem wurde hier einmal im Jahr das Opet-Fest veranstaltet. Auch Krönungen und Sed-Feste fanden hier statt. Genauer betrachtet ist der Amun-Bezirk das Werk mehrerere Pharaonen. Unter Thutmosis I. erreichte Karnak seine eigentlich Glanzzeit, die bis zur 20. Dynastie dauerte. Er baute den berühmten Säulensaal, Hatschepsut und Thutmosis III. erweiterten den Bezirk um eine neue mit Türmen befestigte Ziegelumfassungsmauer. Von Thutmosis III. wurde auch der riesige heilige See auf die heutigen Ausmaße vergrößert. Zusätzlich wurde nördlich außerhalb der alten Umfassungsmauer ein kleiner Ptah-Tempel errichtet.

Im Haupttempel wurde vor dem Sesostris I.-Tempel ein prachtvoller Vortempel erbaut. Hatschepsut errichtete hier ihre 30,43 Meter hohen Obelisken, die jedoch von Thutmosis III. durch eine Ummantelung verdeckt werden sollten.
 
 Thutmosis III. erbaute noch fünf weitere Obelisken für Karnak. Der weiter im Osten stehende Obelisk war mit einer Höhe von 33 Meter nach heutigem Wissen der höchste in Ägypten errichtete Obelisk. Sein Oberteil steht heute vor dem Laterna in Rom. Auch im Osten dieses Bereiches wurde Thutmosis III. aktiv. Er baute dort ein Gebäude mit recht ungewöhnlichem Umriß, der sich wohl aus Platzgründen quer zur alten Tempelachse erstreckt. Nach der Unterbrechung durch die Armana-Zeit wurde unter Tutenchamun und Haremhab die Bautätigkeit in Karnak wieder aufgenommen. Aus dieser Zeit stammt auch der 35 Meter hohe und 98 Meter breite 2. Pylon. Wesentliche Veränderung brachte die Errichtung des berühmten Hypostyls im hof, das wohl unter Haremhab begonnen und unter Sethos I. und Ramses II. fertiggestellt wurde. Weiterhin wurde eine Widder-Sphingen-Allee angelegt. Auch nach Osten wurde der Tempel durch ein wichtiges neues Element erweitert. Ramses II. errichtete ein Heiligtum der aufgehenden Sonne, in dessen Mittelpunkt der einzelne, riesige Obelisk Thutmosis III. stand. In der Südwestecke des Amun-Bezirkes ließ er anstelle eines Vorgängerbaues der 18. Dynastie einen neuen Chons-Tempel bauen, an dessen Dekoration noch bis in die Ptolemäerzeit gearbeitet wurde. Sethos II. ließ eine dreizellige Barkenstation errichten und unter Ramses III. entstand ein größeres Barkenheiligtum in Form eines vollständigen Tempels. Der Tempelvorplatz wurde dann unter Scheschonk I. zu einem Säulenvorhof geschlossen.

Danach ging es weiter zum Luxortempel, eine wunderschöne Tempelanlage in der Innenstadt von Luxor.

Wie der Name schon sagt, befindet sich dieser berühmte Tempel in der Stadt Luxor selbst, unweit vom Nil entfernt. Eine 2,5 km lange Sphingen-Allee verbindet ihn mit dem Karnak-Tempel - ein Hinweis darauf, dass dieser Tempel in Verbindung mit dem Opet-Fest zu sehen ist, das jährlich im zweiten Überschwemmungsmonat gefeiert wurde. Unter den Ägyptologen gilt dieser Tempel als "ungewöhnlich", da bereits die ungewöhnliche Orientierung des Tempels nach Norden (zum Karnak-Tempel) auffällt und seine Dekoration unübliche Züge aufweist. So sind bis heute die inzwischen stark zerstörten Raumfluchten entlang der Westseite des Tempels noch nicht gedeutet.

Im Mittleren Reich und der Thutmosidenzeit wurde bereits das Tempelhaus errichtet. Teilweise sieht man noch Überbleibsel in den Wänden des Neubaus. Der 4 x 4 Säulen große Saal wurde von Amenophis III. errichtet und bildet die Front des Tempels. Der letzte, von Tutanchamun und Haremhab  vollendete Bauteil ist die berühmte Kolonnade von 2 x 7 Papyrus-Kapitellsäulen. Ramses II. errichtete unter anderem einen Säulenhof und 2 Obelisken, von denen einer heute in Paris auf dem Place de la Concorde steht. Weiterhin findet man von ihm erbaute 16 Ka-Statuen. Amenophis III fügte noch fünf weitere Granitkolosse hinzu, womit der Tempel eine Länge von 254 Metern erreicht. Bei der Freilegung des Tempels (ab 1885) wurden 21 zum Teil unbeschädigt erhaltene Königs- und Götterstatuen gefunden, die heute im Luxor-Museum zu finden sind.
 
Gegen 13 Uhr fuhren wir wieder zum Schiff. Nach dem Mittag konnte man fakultativ eine Kutschfahrt durch Luxor machen oder der restliche Tag war zur freien Verfügung. Da wir uns entschieden den restlichen Tag für uns zu nutzen, legten wir uns am Pool und relaxten. Wir übernachteten an Bord.

Am nächsten Tag den 21.08.2004 standen folgende Punkte auf dem Programm. Wir schauten uns die Kolosse von Memnon, das Tal der Könige und den Terrassentempel Hatschepsut an. Am Nachmittag sollte das Schiff ablegen und die Fahrt Richtung Edfu aufnehmen. Wir fuhren gegen 07:20 Uhr zum Tal der Könige und hielten kurz bei den Kolossen von Memnon an.

Die Kolosse des Memnon sind ein Paar monolithischer Statuen die den ka (die Seele) des Pharao Amenophis III (18. Dynastie, 1390-1352 v. Chr.) repräsentieren. Sie sind aus Quarzitsandstein gefertigt, der aus Edfu, 100 km (63 Meilen) den Nil stromaufwärts, hierher gebracht wurde. Mit einer Höhe von über 18 Metern (60 Fuß) standen sie ursprünglich vor einem Pylon oder Zeremonientor, welches den Eingang zum Totentempel des Pharaos markierte. Die Kolosse und eine 10 Meter (33 Fuß) hohe Weihestele sind buchstäblich alles was an Ort und Stelle von dem Komplex übrig geblieben ist. Einst der größte Tempel Thebens, umschlossen seine Begrenzungsmauern eine Fläche von 35 Hektar (88 Acres), von Medinet Habu bis zum Ramsesseum. Der Plan zeigt seinen inneren Bezirk, basierend auf einer Rekonstruktion des Schweizer Archäologischen Instituts in Kairo.

Danach ging die Fahrt weiter zum Tal der Könige. Ich hatte dabei schon ein mulmiges Gefühl im Magen, da dies der Ort war, wo vor einigen Jahren der Anschlag stattfand. Aber es gab überall Polizei, das bietet zwar keine hundertprozentige Sicherheit, aber man selber fühlt sich etwas sicherer.

Allgemeines: Gegenüber von Luxor im lybischen Gebirge liegt die Nekropole der Könige des Neuen Reiches. Westlich liegen die Felsgräber von Amenophis III. (1408 - 1372 v. 0, 18. Dynastie) und Eje, ostlich die der anderen Pharaonen.

Fast alle Pharaonen des Neuen Reiches bis hin zu Ramses XI. (1100 - 1085 v. 0), dem letzten König der XX. Dynastie, liessen sich hier begraben.

Daten: 63 Gräber von insgesamt 64 wurden bisher entdeckt. Das älteste Grab ist das des Thutmosis I. (1530 - 1520 v. 0), es wurde 1899 entdeckt. Das berühmteste ist das ungeplündert aufgefundene Grab des Tot-Ankh-Aton (später Tut-Anch-Amon 1354-1345, XVIII. Dynastie), das Howard Carter 1922 entdeckte.

Wissenswertes: Gegründet bzw. eingeführt wurde diese Art Gräber, die in die Berge hinein führen, von Thutmosis I., der damit eine 1700 Jahre andauernde Tradition brach und somit neue (Bestattungs-)wege ging, um durch diese unauffällige Art gegenüber den Pyramiden und imposanten Bauwerken davor, den Grabräubern zu entgehen. Doch trotz der Abgelegenheit des Ortes in der Wüste wurden die Gräber bereits im Altertum geplündert. Als einziges Königsgrab entging das des Tutanchamun den Plünderern. Einige andere Gräber überstanden die Zeit ebenfalls verschlossen, allderdings alles keine Königsgräber und an der Zahl nur sehr wenige.

Im Eintrittspreis waren 3 Grabkammern enthalten, die wir uns anschauen konnten. Extrageld musste man zahlen wenn man sich die Grabkammer des Tutanchamun anschauen wollte. Wir haben uns für folgende Grabkammern entschieden: Ramses VI (18th Dynastie), Seti II (19th Dynastie) und Ramses II (20th Dynastie). Wir durften leider nicht in den Grabkammern fotografieren, deshalb gibt es auch keine Bilder vom Inneren. Die Grabkammern sind reich verziert. Man findet sehr aufwändige Wandbilder. Es ist faszinierend, zusehen zu was die Ägypter damals schon leisteten. Im Gang sitzen einige Aufpasser, die darauf achten das man ja kein Foto schießt. Filmen durfte man auf dem ganzen Gelände nicht. Nachdem wir die beeindruckenden Grabanlagen besichtigt hatten, fuhren wir weiter zum Terrassentempel Hapschetsut.

Dieser einmalige, aus feinem Kalkstein erbaute Terrassentempel der Königin Hatschepsut befindet sich in Deir-el-Bahari. Er wurde in nur 15 Jahren erbaut. Senenmut, der Geliebte der Hatschepsut und herausragender Baumeister, wird einen nicht unbedeutenden Teil zu diesem Tempel beigetragen haben, gesichert ist diese Annahme jedoch nicht. Nach neuesten Erkenntnis wurde der Bauplan des öfteren geändert. Eventuell wurde der Bau bereits unter Thutmosis II. begonnen und von Hatschepsut vollendet. Vom Taltempel führte eine 37 Meter breite Aufwegstraße zum eigentlichen Tempel, der in einen weiten Vorhof mündet. Dahinter führt eine mächtige Rampe auf eine von zwei Kolossalstatuen flankierte erste Terrasse. Hier befindet sich in der Nordwestecke ein Anubis-Heiligtum mit geheimnisvoll dunklen Kultkammern. Das eigentliche Heiligtum befindet sich auf der zweiten Stufe. Seine breite Pfeilerfront wird von 26 kolossalen Statuenpfeilern mit Porträts der Königin gebildet. Hinter sage und schreibe 63 Pfeilern befindet sich der Kultbildraum für Amunre sowie für die Königin. Südlich des Pfeilersalles liegen zwei riesige Totenopfersäle für die Pharaonin und ihren Vater Thutmosis I. Nördlich gibt es einen offenen Kulthof, der ein Sonnenheiligtum darstellt. Südlich neben dem Haupttempel liegt ein selbstständiges Hathor-Heiligtum mit besonders schönen Hathor-Kapitellsäulen. Noch bin in die Ptolemäerzeit wurde der Tempel genutzt und später in das koptische Epiphanias-Kloster umgewandelt. 1858 wurde das Bauwerk von Mariette freigelegt und instandgesetzt.

Danach fuhren wir zur Alabaster - Factory, um uns anzuschauen wie Bilder aus Alabaster hergestellt werden. Danach ging es zurück zum Schiff. Nach dem Mittagessen, so gegen 14:00 Uhr, legte das Schiff ab und wir fuhren nach Edfu. Wir hielten mal kurz in Esna an, da wir eine Schleuse vor uns hatten. Nach einiger Wartezeit fuhren wir weiter und kamen irgendwann in der Nacht in Edfu an.

Die Stadt Edfu (oder Idfu), ein Handelszentrum mit Zuckerfabriken und altem Töpfereigewerbe, liegt leicht erhöht in dem sich hier weitenden Tal des Nils, gut 100 km südlich von Luxor am Westufer des Stromes, den hier seit 1969 eine Brücke überspannt. - Im Altertum hieß die Stadt Tbot, k optisch Atbo, wovon sich der moderne arabische Namen herleitet. - Horus, der hier nach der Sage einen seiner großen Kämpfe mit Seth bestand, führte den Beinamen `der von Behdet`, was einen alten Bezirk von Edfu bezeichnete. Er wurde als fliegender Falke, als falkenköpfige Menschengestalt oder auch als geflügelte Sonne dargestellt.

Am 22.08.2004 schauten wir uns den Horustempel von Edfu an. Wir fuhren gegen 08:00 Uhr mit Pferdekutschen zum entsprechenden Ziel. Man merkte dass gerade Rush Hour herrschte. So viele Menschen, so viel Lärm und so viel Durcheinander. Wer das nicht kannte, war mit Sicherheit schockiert.

Der Horus-Tempel von Edfu befindet sich - wie der Name schon andeutet - in der Stadt Edfu, ca. 100 km südlich von Luxor. Die Stadt selbst ist eine ehemalige Hauptstadt des zweiten Oberägyptischen Gaues. Die Stadt wurde von den Ägyptern als Djeba bezeichnet und von den Griechen und Römern als Apolonopolis Magna (Rachet 2002). Eine besondere Bedeutung - zum Einen durch den Reichtum der Stadt, zum Anderen durch die strategisch günstige Lage - ist bereits seit der frühesten Zeit belegt. Die Stadt - im Alten Reich als "Wächterin des Tores von Elephantine" bezeichnet - war wie Koptos Ausgangspunkt einer Route zwischen arabischer Wüste und Rotem Meer, wonach (fast) zwangsweise Reisende daran vorbeikamen.

Nach kurzem Aufenthalt und Informationen über diesen Tempel seitens unseres Reiseführers fuhren wir mit den Kutschen zurück zum Schiff. Gegen 10:45 Uhr legte das Schiff ab nach Kom Ombo, wo wir gegen 17:00 Uhr ankamen. Um 18:00 Uhr schauten wir uns den Kom Ombo Tempel an.

Auch Kom Ombo war im Altertum eine wichtige Handelsstadt in derer näheren Umgebung Gold abgebaut wurde. Der dortige Tempel ist dem Gott Sobek (dem Krokodilhäuptigen) geweiht. Im Tempel selbst befinden sich ca. 2000 Jahre alte, mumifizierte Krokodile.

Nachdem wir wieder auf dem Schiff angekommen waren, fuhren wir weiter nach Assuan, wo wir irgendwann abends gegen 22:00 Uhr ankamen.

Am nächsten morgen des 23.08.2004 gegen 07:00 Uhr fuhren wir los. Auf den Fahrplan standen der unfertige Obilisk, der Assuan-Staudamm, der Philae Tempel und der botanische Garten. Zuerst besichtigten wir den unfertigen Obilisken.

Alte Handelsstadt Assuan liegt auf der Ostseite des Nils, dessen fruchtbarer Grüngürtel hier durch felsige Ausläufer der Wüste unterbrochen wird. Südlich der Stadt ist diese Passage durch den umstrittenen Staudamm geschlossen, hinter dem sich der riesige Nasser-See erstreckt. In den nahen Steinbrüchen wurden schon sehr früh grauer Granit abgebaut, der so häufig für die pharaonischen Monumente verwendete wurde: Syenit. Die Vorkommen waren derart ergiebig, dass sie auch noch in römischer Zeit abgebaut wurden. Seit der Antike ist Assuan ein großer Warenumschlagplatz, da dort die Handelswege aus Afrika, den Wüsten im Westen Ägyptens und auch aus Indien zusammenlaufen.

Granitsteinbruch dort liegt der ca. 42 Meter lange und 1170 Tonnen schwere unfertige Obelisk. Zahlreiche Steinmetze arbeiteten an diesen großen Granitstein für den Pharao, der dann einen Riss bekam und nicht fertig gestellt wurde. Man kann die Arbeitsweise der Steinmetze nur erahnen. Mit welchem Werkzeug sie im Altertum arbeiteten ist ungewiss.

Wir fuhren weiter zum Assuan-Staudamm. Wieder einmal eine Sehenswürdigkeit, die man nicht filmen darf.

Der Assuan-Staudamm [Sadd el-Ali (auch als Assuan-Hochdamm bekannt)] steht im südlichen Ägypten etwa 13 km südlich bzw. stromaufwärts der Stadt Assuan. Der Damm, der etwa 4 km lang und 111 m hoch ist, staut den Nil zum riesigen Nassersee auf, der sich bis in das Grenzgebiet des Sudans erstreckt. Der Staudamm wurde zwischen 1960 und 1971 u.a. mit sowjetischer Hilfe und den Einnahmen aus dem Suezkanal erbaut. Er war Nachfolger eines älteren Staudamms, der zwischen 1892 und 1902 am Nil errichtet worden war. Ziel des Staudammprojektes war die Sicherstellung der Energieversorgung für die angestrebte Industrialisierung Ägyptens. Das Kraftwerk des Assuan-Staudammes hat eine Leistung von 2.100 Megawatt und sichert seitdem die weitgehende Elektrifizierung des Landes.
Außerdem sollte die ägyptische Landwirtschaft aus ihrer Abhängigkeit von der Nilschwelle gelöst werden, da mit dem Staudamm eine kontinuierliche Bewässerung des Ackerlandes möglich wurde. Dadurch konnte die landwirtschaftliche Anbaufläche in Ägypten nach der Fertigstellung des Damms nahezu verdoppelt werden.Da das aufgestaute Wasser des Nils bedeutende Kulturdenkmäler des alten Ägypten bedrohte, wurden diese mit Hilfe der Unesco in höhere Lagen umgesetzt. Berühmt wurde insoweit die Umsetzung des Tempels von Abu Simbel. Dennoch blieb die durch den Damm neu geschaffene Agrarsituation nicht unproblematisch: Der große Wasserspiegel des Nassersees begünstigt eine Versalzung des Nils durch Verdunstung. Zudem verhindert der neue Staudamm den Durchlass des Nilschlamms, der aufgrund eines Nährstoffgehalts eine wesentliche Düngerfunktion besaß.

Vom Assuan-Staudamm hat man eine gute Sicht auf den Kalbsha-Tempel. Wir fuhren mit dem Bus weiter zu einer Motorboot-Anlegestelle. Von dort aus fuhren wir mit einem Motorboot zum Philae-Tempel, der auf einer Insel liegt.

Der Philae-Tempel ist eine der vielen Tempelanlagen, die nach Errichtung des Assuan-Hochdamms versetzt werden mussten, um sie vor den Fluten des Nasser-See zu schützen.

Nach einem kurzen Abstecher in einer Parfümerie, wo wir über uns eine Verkaufsshow ergehen lassen mussten, fuhren wir wieder zurück zum Schiff. Gegen 13:00 Uhr gab es Mittag. Um ca. 15:30 Uhr fuhren wir mit einer Feluka zum botanischen Garten.

Der Botanische Garten umfasst eine Fläche von 17 Feddan und ist in weitläufige Beete mit 4 Längs- und 9 Querwegen unterteilt. Heute wachsen dort mehr als 800 Arten Pflanzen und Bäume mit vielen bunten Blüten, die z.T. Intensive Düfte verströmen, darunter Klematis, Avocado, Ananas, Mimosen, Poinsettie (Weihnachtsstern), Bougainvillea, Maulbeerfeigenbäume, Ebenholzbäume, Korkeichen, Papaya u.a. Viele Vögel haben sich in diesem Paradies angesiedelt, und auf dem Wasser der künstlich angelegten kleinen Bucht im Süden der Insel tummeln sich weiße Enten.
Man betritt den Botanischen Garten durch den mit Fliesen aus Rodengranit geflasterten Haupteingang (Eintritt L.E. 5). Auf einer von weißstämmigen Palmen gesäumten Allee, die 1930 angelegt wurde, führt der Weg ins Innere der Anlage.(Aus: Kemet 2/98, S.65) Zur Insel gelangt man nur mit einer Feluka, Fährverbindung gibt es nicht.

Danach sollte es eigentlich zurück zum Schiff gehen, aber man hat uns angeboten für 50 Cent pro 2 Personen noch ein bisschen mit der Feluka über den Nil zu fahren. Das war eine ganz witzige Angelegenheit, da die Crew Musik machte und getanzt wurde. Ein Stunde später ging es dann auch zurück. Ein super Erlebnis

Feluka

Am 24.08.2004 stand fakultativ Abu Simpel auf dem Programm. Dieser Tagesausflug kostete 75 Euro. Ist zwar ziemlich teuer, aber es hat sich allemal gelohnt. Es war sehr faszinierend die Tempelanlage nicht nur auf Bildern zu sehen. Wir fuhren sehr früh ca. 04:00 Uhr von Assuan los. Der Weg war 280 km bis nach Abu Simbel. Die Fahrzeit betrug 3 Stunden. Wir kamen 07:00 Uhr dort an. Ich fand es sehr gut, dass wir so früh unterwegs waren, da es schon 30 Grad waren und die Mittagshitze fast unerträglich wäre.

Etwa 280 km südlich von Assuan und rund 40 km nördlich der ägyptisch- sudanesischen Grenze bei Wadi Halfa liegen unweit des heute in den Fluten des Nasser-Stausees versunkenen zweiten Nilkataraktes die Felsentempel von Abu Simbel, die zu den großartigsten Baudenkmälern des ägyptischen Altertums zählen. - Abu Simbel, ein Tempel, der ursprünglich der Triade Amon-Ra, Jarmakis und Ptah geweiht war, aber praktisch gesehen allein errichtet wurde, entstand während der Regierungszeit Ramses`II (1290-1224 v.Chr.) und sollten zu dessen dreißigstem Regierungsjubiläum vollendet sein. Abu Simbel ist nicht nur einer der schönsten Tempel Ägyptens, sondern auch das Symbol der enormen Rettungsaktion der 14 nubischen Tempel vor dem Wasser des Nasser-Sees.

Die Tempel ( Ybsambul, so nannte man sie ) versanken im Laufe der Zeit im Wüstensand und blieben bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts vergessen. Am 22. März 1813 entdeckte der Schweizer Orientreisende Johann Ludwig Burckhardt die aus Sandverwehungen herausragenden Köpfe der Ramseskolosse. Erst im Jahre 1817 begann der Italiener Belzoni mit der systematischen Freilegung der Heiligtümer. Von 1965 bis 1968 gelang die Umsetzungsaktion der beiden Tempel. Der Wasserspiegel des neuen Nasser-Sees war bereits so hoch angestiegen, saß die Tempel durch einen Kofferdamm gesichert werden mussten. Die gesamte Tempelmasse wurde in viele tausend Blöcke zersägt, nummeriert und transportiert (insges. fast 20 000 Tonnen); am neue Standort, auf dem Gipfel des Ausläufers der lybischen Gebirgskette, der 65 m höher und 180 m landeinwärts liegt, wurde alles wieder zusammengefügt.

Wir fuhren gegen 10:00 Uhr zurück nach Assuan und kamen 13:00 Uhr am Schiff an. Der restliche Tag war zur freien Verfügung. Wir sind auf den Basar von Assuan gewesen und haben uns von den Einheimischen belästigen lassen. Nach einer Stunde hatten wir genug und wir gingen wieder zurück zum Schiff. Man traf sehr viele Leute, die einen mit Geldtauschgeschäften übers Ohr hauen wollten. Die Preise sind anfangs sehr überteuert, also wer gut und gerne handelt, müsste sich da wohl fühlen. Anfangs war ich gehemmt, aber nach einiger Zeit hat das auch mir Spaß gemacht. Ich bin sicher, dass, egal wie man handelt, der Händler immer noch viel zu viel Gewinn macht.

Der letzte Tag unserer Nilkreuzfahrt diente zur Erholung. Wir konnten die wunderschöne Landschaft am Nilufer genießen, im Pool baden und uns richtig gut gehen lassen. Das Schiff fuhr zurück von Assuan nach Luxor. Es legte 07:00 Uhr ab und kam gegen 20:00 Uhr in Luxor an. Nachfolgend seht ihr ein paar Bilder von der Kreuzfahrt. Übernachtung an Bord.

Am 26.08.2004 fuhren wir mit dem Bus zu unserem Anschlussaufenthalt nach Hurghada zurück. Wir verbrachten eine Woche in einer wunderschönen Ferienanlage am Roten Meer, dem Palm Beach Resort. Der einzigste Nachteil war die Entfernung zur Innenstadt. Aber es fuhren jeden Tag Busse und Taxen zum günstigen Preis dorthin. Gegen Mittag durften wir unser Zimmer beziehen.